Krauß in Weimar

In Weimar haben sich Jugendliche mit einem Wand·bild beschäftigt.
Das Wand·bild ist aus Fliesen.
Johanna Krauß hat es gemacht.
Das war 1969.

1969 war Weimar noch in der DDR.
Weil Deutschland früher in zwei Teile geteilt war.
Es gab Ost-Deutschland und West-Deutschland.
In Ost-Deutschland war die Deutsche Demokratische Republik.
Die Abkürzung heißt: DDR
In West-Deutschland war die Bundes·republik.
Die Abkürzung heißt: BRD

Das Wand·bild ist ein einem sehr alten Haus.
Die Adresse heißt: Herderplatz 14.
Heute gehört das Haus der Stadt.
Früher war das Haus eine Schule.
Das Haus ist viel älter als die DDR.
Das Haus hat außen eine große Treppe.

Das macht Eindruck.
Die Jugendlichen waren überrascht.
Weil in dem Haus ein Wand·bild aus der DDR ist.

1969 war in dem Haus ein Polytechnisches Zentrum.
Das ist so etwas wie eine Schule.
Kinder und Jugendliche haben dort praktisch gelernt und gearbeitet.
Also mit ihren Händen etwas gemacht.
Zum Beispiel: Möbel und andere Dinge.

Johanna Krauß hat das Wand·bild für das Polytechnische Zentrum gemacht.
Auf dem Bild sind sehr große Tauben.
Eine große rote Fahne.
Und viele Menschen.
Die Menschen stehen um einen Baum.
Ein Baum wächst und blüht.
Oder hat Früchte.
Wie ein Apfel·baum.
Der Baum im Bild steht für die DDR.
Jedenfalls sollten die Menschen in der DDR das denken.
Weil sie an die politische Idee der DDR glauben sollten.

Es sind auch zwei Sätze im Bild.
Ein Satz ist von Walter Ulbricht.
Walter Ulbricht war Chef in der DDR.
Er hat die DDR regiert.
Walter Ulbricht hat gesagt:
Man muss ein bestimmtes Buch von Goethe lesen.
Goethe ist ein berühmter Schriftsteller.
Das Buch heißt: Faust.
Faust ist ein Wissenschaftler.
Der Wissenschaftler heißt Faust.

Der zweite Satz ist später auf das Bild gekommen.
Jemand hat den Satz auf das Bild geschrieben.
Im Satz steht eine Forderung:
Menschen sollen frei leben.
Und für ihre Freiheit kämpfen.
In der DDR konnte man das nicht laut sagen.
Weil es eine andere Meinung war.
1989 haben viele Menschen in der DDR protestiert.
Bei einem Protest sagen Menschen ihre Meinung.
Sie haben eine andere Meinung zum Thema.
Und möchten das sich was ändert.
Der Satz ist ein Protest.
Den Satz hat vielleicht jemand 1989 geschrieben.

Im Bild sind sehr viele Themen.
Die Jugendlichen haben sich mit den Tauben mit Bild beschäftigt.
Die Tauben sind weiß.
Weiße Tauben sind Friedens·tauben.
Die Tauben stehen also für den Frieden.
Die Friedens·taube ist ein Symbol.
Das Symbol ist in vielen Kunst·werken aus der DDR.
Der Frieden in der DDR war nicht echt.
Weil Soldaten mit Waffen den Frieden verteidigen sollten.
Die Jugendlichen haben dann eigene Symbole für den Frieden erfunden.
Und die Symbole auf Fliesen gemalt.

Podcast | Ep. 3 Krauß in Weimar

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von open.spotify.com zu laden.

Inhalt laden

Übersetzung und Prüfung

Die Stiftung Ettersberg ist verantwortlich für diesen Text. Dieser Text ist nicht von der Zielgruppe geprüft.

Herderplatz 14, Weimar

NAME DES KÜNSTLERS*

Johanna Krauß

Titel des Kunstwerks, jahr

Goethes Faust - deutsche Arbeiterbewegung - wissenschaftlich-technische Revolution, 1969

Technik, Maße

Spaltplatten, keramisch bemalt

Projektzeitraum

31. Oktober 2022

VORNAMEN DER SCHÜLER*INNEN

Lena, Pia, Marieke, Sarah, Joana, Pascal

KÜNSTLER*IN KUNSTPROJEKT

Frank Steenbeck

BESONDERER DANK

Weimarer Rendezvous mit der Geschichte, Mal- und Zeichenschule Weimar